Ist mein Kind spielsüchtig? Eine der TOP-Fragen in der Familienberatung

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Wenn die Internetnutzungszeiten bei 12-18-Jährigen das Hauptthema in der Familie wird, kommen meistens die Eltern mit der Frage auf mich zu: “Ist mein Kind süchtig?”

Als erstes zeigt mir diese Frage, dass die Familie leidet, sich Sorgen macht und wahrscheinlich auch schon selbst ganz viele gute Ideen ausprobiert hat.

Manchmal ist es jedoch so, dass es ein Familienmitglied gibt, das dieses Leiden (noch) nicht wahrnimmt. Manchmal ist das sogar die Person, die selbst die längsten Mediennutzungszeiten hat.

Jede Familie geht mit der Fragestellung “Ist mein Kind süchtig?” anders um und es braucht eigene Ideen für einen individuellen Lösungsweg, den wirklich alle mitgehen wollen.

Für alle Familienmitglieder ist der Streit um nicht eingehaltene Absprachen eine Anspannung und dieser Streit wird als nervig beschrieben. Das Familienbild, dass mir beschrieben wird zeigt, dem einen ist es ganz wichtig die Familiensituation zu verändern und dem anderen scheint es egal. Oft scheint dies nur so und schaut man genauer hin, zeigt sich, das die Situation für alle als unangenehm beschrieben wird.

Die Streit-Situationen rund um das Thema Fortnite, TikTok, Minecraft, Boom Beach u.v.ä. vergiften den Familienalltag und lassen kaum noch Platz für schöne Erlebnisse und “das andere Leben” .

Marc Uwe Klings Känguru würde sagen: “Online-Spiele sind alternativlos” aber vielleicht gibt es da doch noch Chancen und Möglichkeiten?

Jeden in der Familie ernst zu nehmen und gemeinsam die Aufklärung über die Wirkungszusammenhänge zu gestalten, ist das erste Ziel, mit dem die systemische Familienberatung startet.

Erst dann, wenn die Familie sagt, dass sie eine Veränderung begrüßen und wenn alle mitmachen, empfehle ich meistens einen Blick auf die Internetseite der BZgA für Suchtprävention.

Dort gibt es diesen Selbsttest.
https://www.ins-netz-gehen.de/check-dich-s…/bin-ich-suechtig

Warum diesen nicht auch mal als Erwachsener machen?

(Leider ist der Test – je nach Internetanbindung in den Ladezeiten manchmal etwas brüchig – bitte Geduld bewahren!)

https://theimann.de/familienberatung/

4 Veränderungssituationen

Um was für eine Veränderung handelt es sich? •••

selbst- und fremdbestimmte, erwartete und unerwartete Veränderungen

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Mut für den ersten Schritt

Sie als Person haben ein eigenes Wertesystem, verfügen über Stärken und Kompetenzen und folgen in Ihren Verhaltensweisen einem individuellen Muster, an dem man Sie wahrscheinlich auch gut erkennen kann. Wenn Sie also fragen, Wer kann mich in meiner Veränderung begleiten, schauen Sie auf sich und schauen auf Ihre Situation.  Wissen Sie bereits welcher Veränderungstyp Sie sind ?

Haben Sie sich schon bewusst gemacht, über welches Helfersystem Sie verfügen ?

Kommt es zu einer Veränderung, dann sind Sie und Ihre Situation in der Sie gerade die Veränderung erleben – also die IST-Situation – entscheidend für die SOLL-Situation.  Zunächst betrachten Sie in welchem Kontext Sie gerade Veränderung erleben:

Hilfestellung: Die 4 Veränderungssituationen

Es gibt 4 große Typen von Veränderungen. Unerwartete und erwartete und fremd- und selbstverursachte Veränderungen. Im Folgenden habe ich Ihnen 4 Typen von Veränderungssituationen beschrieben.

1. unerwartete Veränderungen, die bei mir beginnen

Beispiel (1): Ich koche und merke das Rezept klappt nicht. Die Umstellung braucht etwas Zeit und Mut für die Neuorientierung. Meine Akzeptanz ist mittelhoch bis gering. Ich reagiere eventuell mit Entäuschung. Der Stresslevel (1-10) liegt bei 5

2. erwartete Veränderungen, die bei mir beginnen

Beispiel (2): Ich entscheide mich für ein neues Handy. Ich habe mir vorher einige Modelle angesehen und daraus 2 Möglichkeiten ausgewählt. Die Umstellung fällt etwas schwer aber ich bin motiviert. Meine Akzeptanz für die Veränderung ist relativ hoch.

Der Stresslevel (1-10) liegt bei 2.

3. erwartete Veränderung, die von außen kommen

Beispiel (3): Mein Partner bittet mich nach 4 Jahren Partnerschaft zu einem Gespräch und macht mir einen Heiratsantrag.

Mein Mut ist normal, vielleicht bin ich etwas ängstlich ob alles klappt. Ich bin freudig aufgeregt, meine Akzeptanz für die Veränderung relativ hoch.

Der Stresslevel (1-10) liegt bei 6 ich tendiere zu einem freudigen „Ja“.

4. unerwartete Veränderung, die von außen kommen

Beispiel (4): Mein Partner teilt mir ohne Vorankündigung mit, dass die Beziehung nun enden muß.

Meine Angst ist hoch, mein Mut zur Veränderung ist kaum spürbar.

Der Stresslevel ist hoch – und ich tendiere zum Kampf, Flucht oder zum Schock.

Das einzige was jetzt helfen kann, ist eine Möglichkeit zu finden, das Steuer wieder selbst in die Hand zu nehmen.

Zusammenfassung:

  • Zeigen Sie sich selbst Ihre Kompetenzen auf
  • Machen Sie sich bewusst, wen Sie als Helfer an Ihrer Seite haben
  • Schauen Sie sich die Situation der Veränderung genauer an? Sind Sie selbst am Steuer? Oder fühlen Sie sich gerade fremdbestimmt?

Meistens helfen Freunde, manchmal geht man den Weg alleine, und teilweise helfen psychologische Berater auf dem Weg der Veränderung.

Der erste Schritt ist also den Mut zu haben, sich selbst in seiner Situation zu beobachten und sich zu fragen, brauch ich Hilfe und wenn ja, von wem?